Big Five Persönlichkeitstest Big Five Inventory 2 (BFI-2)
Ermöglicht eine detaillierte erste Einordnung der Persönlichkeit in fünf Attributen: Extraversion, Neurotizismus, Offenheit für Neues, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Hiervon spielt Neurotizismus eine besondere Rolle für das Wohlbefinden.
Skalen
Besteht aus fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit und unterteilt jede Dimension in drei Facetten, was zu insgesamt 15 Facetten führt. Diese Facetten bieten eine detailliertere Analyse der Persönlichkeit und ermöglichen eine präzisere Beurteilung individueller Unterschiede.
Einfluss auf die mentale Gesundheit
Ermöglicht eine großflächige Einordnung der eigenen Persönlichkeit. Gibt Aufschluss über individuelle Denkweisen, Verhaltensmuster und das emotionale Erleben. Von den Dimensionen wirkt sich Neurotizismus am stärksten auf die mentale Gesundheit aus: Je höher der Wert, desto geringer sind die emotionale Stabilität und die Lebenszufriedenheit und desto höher ist die Anfälligkeit für mentale Probleme. Eine hohe Gewissenhaftigkeit deutet auf geringere Stressanfälligkeit und höhere psychischer Stabilität hin.
Testversion
Das BFI-2 von Samuel D. R. McCrae und Oliver P. John entwickelt und erstmals 2016 veröffentlicht. Es stellt eine erweiterte Version des ursprünglichen Big Five Inventory (BFI) dar, welches von John et al. (1991) entwickelt wurde.
Konzeption
Der Big-Five-Ansatz entstand aus der lexikalischen Hypothese: Über Jahrzehnte wurden tausende Persönlichkeitsbegriffe per Faktorenanalyse auf fünf stabile Dimensionen verdichtet. Über die Entwicklung des NEO-PI-R wurde er in den 1980ern von Costa & McCrae als Personsönlichkeitstest etabliert.
Validität
Das BFI-2 zeigt hohe konvergente Validität mit anderen Big-Five-Instrumenten (r ≈ .60–.80 auf Faktorenebene, r ≈ .40–.70 auf Facettenebene). Die faktorielle und kriteriumsbezogene Validität ist gut belegt (CFI ≈ .90–.95, RMSEA ≈ .04–.06; Kriterienkorrelationen meist r ≈ .20–.40).
Reliability
Das BFI-2 weist eine hohe Reliabilität auf; die interne Konsistenz der Hauptdimensionen, operationalisiert über Cronbachs Alpha, liegt typischerweise bei α ≥ .80 und indiziert eine homogene Itemstruktur. Darüber hinaus belegen Test-Retest-Koeffizienten ≥ .80 eine hohe zeitliche Stabilität der Messwerte über längere Erhebungsintervalle hinweg.
Normierung
Validierung eines Persönlichkeitsinventars zur Erfassung von 5 Persönlichkeitsdomänen und 15 Facetten, siehe: Danner, D., Rammstedt, B., Bluemke, M., Lechner, C., Berres, S., Knopf, T., Soto, C. J., & John, O. P. (2019). Das Big Five Inventory 2 (BFI-2): Validierung eines kurzen Persönlichkeitsinventars. Diagnostica, 65(3), 121–134. https://doi.org/10.1026/0012-1924/a000218
Quelle
Danner, D., Rammstedt, B., Bluemke, M., Lechner, C., Berres, S., Knopf, T., Soto, C., & John, O. P. (2016). Die deutsche Version des Big Five Inventory 2 (BFI-2). Zusammenstellung sozialwissenschaftlicher Items und Skalen (ZIS). https://doi.org/10.6102/zis247
Lizenz und Copyright
ZIS (2016). Die deutsche Version des Big Five Inventory 2 (BFI-2) – Standardlizenz. ZIS – Zusammenstellung sozialwissenschaftlicher Items und Skalen (Standardlizenz; zur Nutzung für andere Zwecke Kontaktaufnahme erforderlich). https://zis.gesis.org/skala/Danner-Rammstedt-Bluemke-Lechner-Berres-Knopf-Soto-John-Die-deutsche-Version-des-Big-Five-Inventory-2-%28BFI-2%29